|
|
 |
 |
|
Die Geburt
|
 |
 |
|
Die Geburt war für meine Mama und mich leider nicht sehr schön.
Mama lag schon seit dem 2.9.2006 im Klinikum Mannheim und nach langem hin und her überlegen, haben sich die Ärzte, als Termin für meine primäre Sectio den 22.9.2006 ausgesucht.
Leider hatte sich bei Mama in der 22. SSW eine Schwangerschaftsgestose entwickelt, die sich dann im Laufe der Zeit (innerhalb von 2 Wochen) in ein HELLP-SYNDROM gewandelt hat. Da bei diesen
|
|
|
 |
Syndrom die Werte von Mama und mir immer schlechter wurden, konnte ich leider nicht länger im gemütlichen Bauch meiner Mama bleiben und die Gynäkologen mussten mich in der 25+4. SSW zu Welt holen.
Am Morgen des Kaiserschnittes, war mit Mama nichts mehr anzufangen! Sie ist rumgerannt wie Falschgeld und bekam kein Wort mehr raus! Mama hatte panische Angst, dass ihr und vor allem mir etwas passieren könnte .
|
 |
 |
|
Zwischen 10:30 Uhr und 11:30 Uhr sollte ich das Licht der Welt erblicken, doch im Kreißsaal gab es einen Notfall. Mama und Papa mussten warten, ohne dass jemand etwas zu uns sagte.Je länger wir warten mussten, desto unerträglicher wurde die Wartezeit für Mama und Papa.
|
|
Um 14:20 Uhr kam eine Hebamme aus dem Kreissaal hoch um Mama, Papa und mich [noch im Bauch ;-) ] abzuholen. Nun ging alles sehr schnell! Noch im Aufzug, musste Mama eine Lösung trinken, die die Magensäure neutralisieren sollte und die ganz stark nach Salz schmeckte.
Im Kreißsaal angekommen, wurde Mamma innerhalb von ca. einer Minute rasiert und in den leeren OP verfrachtet, wo Papa leider nicht mit rein durfte, weil Mama sich, wegen den Nerven, eine Vollnarkose gewünscht hatte. Nun sassen wir da in den grünen,
|
 |
sterilen Raum, ganz alleine mit unserer Angst und warteten auf die Ärzte und die Anästhesisten Leider stellte sich heraus, dass Mama und ich noch 5 Minuten alleine warten mussten, bevor jemand kam. Mama hatte grade auf die weiße Wanduhr geschaut, 14:25 Uhr war es inzwischen, da kamen alle sehr schnell in grünen OP-Kleidern verhüllt, in den Raum gestürmt.
Wieder ging alles sehr schnell, Mama wurde der Bauch abgewaschen, richtig hingelegt und bekam einen Katheter in ihre Blase, was ihr richtig weh tat, weil die Ärzte vier Anläufe brauchten, bis das komische Ding drin war. Zeitgleich haben die Narkoseärzte Mama ein grünes OP-Tuch vor das Gesicht gespannt, damit sie ihren Bauch mit mir darin, nicht mehr sehen konnte. Jetzt wurde es ernst!
Mama wurde so eine komische Flüssigkeit durch eine Nadel in ihrem Arm gespritzt, das nennt sich wohl Narkose!! :-P Mama schaute noch einmal auf die Uhr, auf der nun 14:35 Uhr stand, bevor ihr einer der Ärzte eine Maske vor die Nase und Mund hielt, durch die Sauerstoff floss, den sie nun tief einatmen sollte. Der Arzt sagte, Mama solle bis 10 zählen, doch da sie so eine Angst hatte, kam sie sogar bis 20, was die Ärzte ganz schön verblüffte. (Sie wollten Mama diese Narkose noch mal geben, aber das war zum Glück nicht nötig, weil es nur die Angst war und letztlich doch klappte.) Als mich der Frauenarzt meiner Mama um 14:55 Uhr zur Welt holte, kamen gleich die Kinderärzte der Kinderintensivstation rein gerannt und haben mich abgeholt. Sie haben mich sofort untersucht, ob an mir alles dran ist und ob ich den Umständen entsprechend gesund bin. Was schön war, dass Papa von Anfang an dabei sein und mich auch berühren durfte, was sehr, sehr gut tat. Dann hat ein Oberarzt, der Kinderintensivstation, mich intubiert, da meine Lungen zu schwach war, um selbstständig zu atmen. Er legte mir auch noch einen ZVK (Zentraler-Venen-Katheter) in den Oberschenkel, da ich sofort Infusionen brauchte. Nach der ganzen Prozedur haben mich die Ärzte in einen warmen, kuscheligen Transportinkubator gelegt und mich dann in das Nachbarhaus der Kinderklinik, auf die Intensivstation gebracht und noch mal richtig und sehr gründlich untersucht
Papa ist erst mal im Kreißsaal geblieben und hat auf Mama gewartet, weil er nach der Geburt erst sehen wollte, ob es ihr gut geht. So gegen 16 Uhr hatten die Frauenärzte auch Mama versorgt und aus dem OP in einen Aufwachraum gefahren. Sie schlief noch, als Papa sie sehen durfte, deshalb kam er erst mal zu mir auf die Intensivstation. Die Ärzte waren
|
 |
mittlerweile fertig mit ihren Untersuchungen und Papa konnte zu mir auf mein Zimmer kommen. Eine Schwester zeigte ihm den Weg zu meinem kleinen, warmen Bettchen und holte ihm einen Stuhl, damit er sich neben mich setzen konnte. Nun hatte Papa das erste Mal die Gelegenheit mich richtig anzuschauen und er konnte auch jetzt die ersten Fotos von mir machen. Nach den Fotos musste er aber leider sehr bald wieder gehen, weil er bei Mama sein wollte, wenn sie aufwacht und Schmerzen hat.
|
|
|
 |
 |
|
Wie Mama das erste Mal die Augen auf machte, war sie alleine (Papa war ja noch bei mir) und hatte höllische Schmerzen. Als sie die Klingel an ihrem Bett gedrückt hatte dauerte es nur ein paar Sekunden, bis Papa mit einer Hebamme in den Raum kam, die Mama auch gleich etwas gegen die Schmerzen gab. Da Mama trotz Schmerzmittel immer noch grosse Schmerzen
|
 |
hatte, kam nun alle halbe Stunde die Hebamme rein und gab Mama ein Schmerzmittel, damit die Schmerzen endlich besser werden. Irgendwann waren die Schmerzen weg. Mama aber hatte zu viel von diesen Mitteln bekommen und lag völlig überdosiert in ihrem Bett, wie man auf dem Foto wunderbar sehen kann. Abends um ca. 18:30 Uhr war Mama dann endlich, nach der Narkose, wieder richtig wach und Papa konnte ihr stolz die ersten Bilder von mir zeigen.
|
|
|
 |
 |
|
Es war so 19 Uhr als die Hebamme und Papa, Mama wieder in ihrem Bett rauf auf die Station in ihr Zimmer brachten. Dort angekommen, bekam sie erst einmal Kamillentee von den Schwestern und so zur Abwechslung mal wieder Schmerzmittel!! LOL :-D Die Schwestern der Station ließen Papa und Mama kurz Ruhe zum Durchatmen, dann kamen sie und sagten den Beiden, dass Mama nicht stillen dürfte, weil sie raucht und dass sie die Abstilltabletten gleich nehmen müsse, weil das später nicht mehr gehen würde. Ich bin das erste Kind meiner Eltern und sie hatten von sowas keine Ahnung und mussten das glauben, was ihnen gesagt wurde und Mama nahm leider die Tabletten. Nachdem Mama die Tabletten geschluckt hatte, wollte sie mich nun endlich sehen, weil sie total auf mich gespannt war. Die Schwestern der Station, hatten etwas dagegen und wollten Mama verbieten aufzustehen und zu mir zu kommen, doch Mama interessiert das nicht und quälte sich so lange in ihrem Bett, bis sie auf der Bettkante sass . Papa suchte in der Zwischenzeit einen Rollstuhl, weil Mama ja noch nicht laufen konnte. Dann half er ihr aufzustehen und hängte ihr den Bademantel über, weil sie ja noch das OP Hemdchen und die Thrombosestrümpfe an hatte und so darf man nicht in die Kinderklinik.
Der Weg von der Frauenklinik zur Kinderintensivstation, kamen Mama und Papa ewig vor, weil sie langsam machen mussten, wegen den Schmerzen, die Mama trotz der Medikamente noch hatte. Jede kleine Delle, jede kleine Vertiefung tat Mama am Bauch weh, deswegen brauchten sie länger wie sonst. Als die Beiden endlich angekommen waren, zeigte die Schwester ihnen, wo sie sich die Hände waschen und desinfizieren konnten. Anschliessend zeigte sie Mama,
|
 |
wo der Inkubator stand, in dem ich drin lag! Mama konnte es gar nicht fassen, wie sie mich sah, sie war völlig überwältigt und erschrocken zugleich, weil sie sich mich doch grösser vorgestellt hatte. Meine Mama konnte leider nur 30 Minuten bei mir bleiben, weil sie doch noch sehr grosse Schmerzen hatte. Als sie wieder in ihrem Bett lag, musste sie weinen, weil ich nicht mehr bei ihr war und weil sie so eine grosse Angst um mich hatte. Papa konnte sie leider auch nicht mehr so sehr lange trösten, weil er am nächsten Morgen um 6 Uhr arbeiten musste, war er um 21 Uhr gegangen. Mama ist dann aber auch
|
|
|
 |
ziemlich schnell eingeschlafen, war wohl doch etwas viel für sie gewesen.
Am nächsten Morgen ging es Mama schon besser. Ich war Gott sei dank auch stabil. Bei meiner Mama wurde dann auch gleich der Blasenkatheter gezogen, noch vor dem Frühstück und sie konnte auch schon alleine aufstehen und ein paar Schritte gehen. Das Erste was sie machte, war auf den Balkon zu gehen um eine Zigarette zu rauchen. :-) Die Schmerzmittel vom Vorabend wirkten immer noch und sie hatte keine Schmerzen, aber sie merkte auch nicht, dass es für ihren Körper zu viel war. Als Mama wieder drinnen auf ihrem Bett sass musste sie auf Toilette. Doch ihr wurde ganz komisch heiss, sie rief zur Sicherheit eine Krankenschwester, die mitgehen sollte. Was auch gut war, denn Mama wurde auf der Toilette schwarz vor den Augen und sie kippte um. Die Krankenschwester rief um Hilfe, sie haben Mama dann zu dritt aus dem Toilettenraum raus ans Waschbecken geschleift. Dort haben sie ihr kaltes Wasser in den Nacken, auf den Rücken und ins Gesicht gespritzt, bis sie halbwegs wieder bei sich war. Anschliessend verfrachteten sie meine Mama wieder ins Bett.
Papa durfte Mama, nach 5 Tagen wieder mit nach Hause nehmen. Vorher wurden noch die Klammern in der Narbe entfernt. Sie war heil froh, dort raus zu kommen, hätte mich nur gerne mit nach Hause genommen, aber das ging leider nicht, weil ich ja grade mal 610g wog!!! Mama durfte nach langen vier Wochen endlich nach Hause! Später erzählte mir Mama dann, dass es nichts Schöneres gibt, wie in seinem eigenen Bett schlafen zu können. Ich musste darauf aber leider noch eine Weile warten.
Meine Geburtsdaten:
- Geburtsmodus: primäre Sectio
|
|